Der Begriff der Echokammer (engl. „echo chamber“) beschreibt ein Phänomen in sozialen Medien, „bei dem Menschen unter Gleichgesinnten bleiben und nur ihre eigene Weltsicht als Echo reflektiert bekommen“ (Humborg & Nguyen, 2018). Dabei geht es – im Unterschied zur Wirkung von Algorithmen bei der Entstehung von „Filterblasen“ – um individuelle Entscheidungen von Nutzer*innen, bestimmte Inhalte zu nutzen und mit bestimmten Angeboten zu interagieren, die eigenen Interessen und Orientierungen weitgehend entsprechen. Die dadurch entstehenden „virtuellen Wände“ beschränken den Kontakt mit anderen Sichtweisen und Informationen, die von eigenen Denkweisen und Ansichten abweichen. Damit ist das Phänomen der Echokammern auch für Meinungsbildungsprozesse von Bedeutung. In Forschungen wird das Phänomen auch als Faktor beschrieben, der eine gesellschaftliche Polarisierung befördern kann.  

Das Konzept der Echokammer basiert auf dem Selective-Exposure-Ansatz, nach dem Individuen gezielt Inhalte auswählen (Selective Exposure) und interpretieren (Selective Perception) und sich dann an diese Informationen besser erinnern können (Selective Retention), die mit bereits vorhandenen Einstellungen übereinstimmen.  

Einzelnachweise

  1. Humborg, Christian; Nguyen, Thuy Anh (2018). Die publizistische Gesellschaft: Journalismus und Medien im Zeitalter des Plattformkapitalismus. Springer-Verlag. https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978-3-658-20959-9.pdf [Zugriff: 24.02.22] 
  2. Lütjen, Torben (2016). Die Politik der Echokammer: Wisconsin und die ideologische Polarisierung der USA. transcript Verlag. https://elibrary-utb-de.emedien.ub.uni-muenchen.de/doi/epdf/10.5555/9783839436073 [Zugriff: 24.02.22] 
  3. Yang, Vivien; Schliesmeier, Niklas; Burger, Axel (2020). Die gefilterte Realität–Welchen Anteil haben wir selbst an der Entstehung von Echo-Kammern? https://de.in-mind.org/article/die-gefilterte-realitaet-welchen-anteil-haben-wir-selbst-an-der-entstehung-von-echo-kammern [Zugriff: 24.02.22]