Antisemitismus ist ein Sammelbegriff für alle historischen und aktuellen Erscheinungsformen der Judenfeindlichkeit. Der Begriff bezieht sich auf Vorbehalte gegen oder die Ablehnung von Jüd*innen als Individuen oder Gruppe, die auf der Annahme eines grundsätzlichen Andersseins von Jüd*innen gründen. Antisemitismus kann sich in Vorurteilen, Mythen, Ideologien, Folklore sowie in Form von sozialer und institutioneller Diskriminierung, politischer Mobilisierung oder in Gewalt äußern. Er wendet sich gegen Jüd*innen als Jüd*innen und reicht von verbalem Othering bis hin zu Vernichtungsfantasien. In den gängigsten Typologien wird zwischen verschiedenen Formen des Antisemitismus unterschieden: religiöser, rassistischer, sekundärer, israelbezogener bzw. antizionistischer Antisemitismus.[1]
Einzelnachweise
- Vgl. Fein, Helen (1987). „Dimensions of Antisemitism: Attitudes, Collective Accusations, and Actions“. In: Fein, Helen (Hrsg.), The Persisting Question. Sociological Perspectives and Social Contexts of Modern Antisemitism. Current Research on Antisemitism. Berlin, Boston: DE GRUYTER, S. 67; Siehe auch Pfahl-Traughber, Armin (2007). „Ideologische Erscheinungsformen des Antisemitismus“. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 31, S. 4–11.