Desinformation als eine Erscheinungsform interessengeleiteter politischer Kommunikation gibt es seit langer Zeit. Bereits im Kalten Krieg wurde Desinformation genutzt, um Ängste zu schüren und die Stimmung der Bevölkerung bewusst zu beeinflussen.[1] Desinformation bezieht sich dabei auf absichtlich erstellte falsche Informationen, deren öffentliche Verbreitung darauf abzielt, einer Person, Gruppe, Organisation oder einem Land zu schaden.[2] Von Desinformation unterschieden werden können Fehlinformation und Malinformation: Der Begriff Fehlinformation bezieht sich auf falsche Informationen, die ohne Täuschungsabsicht verbreitet werden. Malinformation bezieht sich auf absichtliche oder potentiell schädigende Informationen, die jedoch nicht faktisch falsch sind,[3] wie z. B. im Fall von WikiLeaks. Parodie und Satire gehören in diesem Begriffsverständnis auch zu Desinformation,[4] sie können jedoch als eher kulturell geschätzte Formen von “Irreführung” gelten, mit denen viele Menschen einen kompetenten Umgang pflegen. In der öffentlichen Diskussion wird Desinformation oftmals mit dem Begriff Fake News verhandelt. Siehe für dessen Verwendung den entsprechenden Glossar-Eintrag.  

Einzelnachweise

  1. Bader, Katarina (2020). Einleitung. In Steinebach, Martin/Bader, Katarina/Rinsdorf, Lars/ Krämer, Nicole/Roßnagel, Alexander (Hrsg.): Desinformation aufdecken und bekämpfen. Baden-Baden: Nomos Verlag. S. 15-29.
  2. Wardle, Claire/Derakhshan, Hossein (2017): Information disorder: Toward an interdisciplinary framework for research and policy making. (= Council of Europe Report DGI 9). Straßburg. Internet: 168076277c (coe.int)
  3. Wardle, Claire (2019). „Understanding Information Disorder“, First Draft. https://firstdraftnews.org/latest/information-disorder-the-techniques-we-saw-in-2016-have-evolved/
  4. Wardle, Claire/Derakhshan, Hossein (2017): Information disorder: Toward an interdisciplinary framework for research and policy making. (= Council of Europe Report DGI 9). Straßburg. Internet: 168076277c (coe.int)