Die Begriffe First- und Second-Level-Agenda-Setting beschreiben Ansätze aus der Kommunikationswissenschaft, die das Konzept des Agenda-Settings weiterentwickeln.
First-Level-Agenda-Setting beschreibt den Einfluss, den Medien durch Schwerpunktsetzungen oder auch durch Auslassungen auf die Themen nehmen, mit denen sich das Publikum beschäftigt. Dem Ansatz nach hat Agenda-Setting zwar keinen unmittelbaren Einfluss darauf, was das Publikum über ein gewisses Thema denkt, sehr wohl aber darauf, worüber es sich Gedanken macht.
Der Ansatz des Second-Level-Agenda-Settings geht dabei noch etwas weiter: Der Ansatz geht davon aus, dass die Medien durch die Art und Weise der Berichterstattung auch auf die Meinungsbildung einwirken.
Die Aspekte, die Medien im Rahmen der Berichterstattung besonders beleuchten, aber auch die Interpretation der Ereignisse, rücken auch in der Wahrnehmung der Rezipient*innen in den Fokus. Dies beeinflusst auch die Meinungsbildung des Publikums. Konkret bedeutet dies: Berichten die Medien zum Beispiel im Rahmen der Migrationsberichterstattung besonders häufig über die negativen Konsequenzen von Migration für die innere Sicherheit, so schlägt sich dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Meinung der Rezipient*innen nieder. [1] [2]
Einzelnachweise
- Maurer, Marcus (2020). Agenda-Setting. https://journalistikon.de/agenda-setting/ [Zugriff: 16.11.2021]
- McCombes, Maxwell/Lopez-Escobar, Esteban/Llamas, Juan Pablo (2000). Setting the Agenda of Attributes in the 1996 Spanish General Election. In: Journal of Communication, 50 (2), S. 77–92. DOI: 10.1111/j.1460-2466.2000.tb02842.x.