Das Konzept der Mediatisierung wurde insbesondere durch Friedrich Krotz geprägt. Mediatisierung bezeichnet einen langfristigen Prozess gesellschaftlichen und kulturellen Wandels, der dadurch entsteht, dass Medien und mediale Kommunikation zunehmend in verschiedene Bereiche des sozialen Lebens eingebunden werden. Medien prägen dabei, wie Menschen kommunizieren, handeln und miteinander in Beziehung treten, und beeinflussen dadurch soziale Beziehungen, kulturelle Praktiken und gesellschaftliche Strukturen. Mediatisierung beschreibt somit nicht nur die zunehmende Verbreitung oder Nutzung von Medien, sondern die damit verbundenen Veränderungen von Alltag, Kultur und Gesellschaft. Dabei stehen Medien und Gesellschaft in einem wechselseitigen Verhältnis: Medien verändern gesellschaftliche Kommunikations- und Handlungsweisen, während gesellschaftliche Bedürfnisse, Praktiken und Entwicklungen zugleich beeinflussen, wie Medien genutzt und gestaltet werden. Mediatisierung lässt sich daher als langfristiger Metaprozess gesellschaftlichen Wandels verstehen.[1] Andreas Hepp entwickelte diesen Ansatz mit dem Konzept der „tiefgreifenden Mediatisierung“ weiter. Hepp betont mit dem Begriff den Einfluss von Medien auf die Konstruktion sozialer Realität: Tiefgreifende Mediatisierung heißt, dass die grundlegenden Elemente der Konstruktion der sozialen Wirklichkeit selbst medial vermittelt sind. Anders formuliert: „Die soziale Welt, in der wir als Menschen leben, kann in ihrer spezifischen Form nicht losgelöst von Medien als technischen Mitteln der Kommunikation und Produktion von Daten gedacht werden.“[2]

Einzelnachweise

  1. Krotz, F. (2007). Mediatisierung: Fallstudien zum Wandel von Kommunikation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  2. Hepp, A. (2018). Von der Mediatisierung zur tiefgreifenden Mediatisierung. In: Reichertz, J., Bettmann, R. (eds) Kommunikation - Medien - Konstruktion. Wissen, Kommunikation und Gesellschaft. Wiesbaden: Springer VS, S. 35. https://doi.org/10.1007/978-3-658-21204-9_2