Dem Statistischen Bundesamt liegt einen Migrationshintergrund vor, wenn eine Person selbst oder ein Elternteil nicht als deutsche*r Staatsbürger*in geboren wurde. Der Begriff wird jedoch dafür kritisiert, dass er eine Differenzkategorie bildet, die dazu dient, bestimmte Gruppen auf ihre Migrationsgeschichte zu reduzieren, sie als ‚Andere‘ oder ‚Fremde‘ zu markieren oder gar auszuschließen. Beispielsweise hält das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) das Konzept für ungeeignet, diskriminierende und rassistische Strukturen sichtbar zu machen, da Menschen unabhängig von ihrem Migrationshintergrund von Rassismus betroffen sein können, wie z.B. Schwarze oder muslimische Deutsche, die nach der Definition des Statistischen Bundesamtes keinen Migrationshintergrund haben und dennoch migrantisiert, d.h. als nicht ‚deutsch‘ wahrgenommen werden.[1]
Siehe auch: Migrantisierte Menschen
Einzelnachweise
- Vgl. Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA), „Migrationshintergrund“, in Glossar. https://www.idaev.de/recherchetools/glossar?tx_dpnglossary_glossary[@widget_0][character]=D&cHash=4ee76652f2f01767495570bb3181a668 [Zugriff: 14.12.2020]; Siehe auch Statistisches Bundesamt, „Migrationshintergrund“ https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/Glossar/migrationshintergrund.html [Zugriff: 14.12.2020]